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Prepaid und Postpaid im Vergleich

In tebio können Abo-Produkte je nach Geschäftsmodell als Prepaid oder Postpaid konfiguriert werden. Die Auswahl bestimmt, wann Leistungen abgerechnet werden, welche Zahlungslogik verwendet wird und welche Dokumente für Kunden erzeugt werden.

Der Unterschied ist grundlegend:

  • Prepaid: Der Kunde bezahlt im Voraus für einen kommenden Leistungszeitraum.
  • Postpaid: Der Kunde nutzt die Leistung zunächst, die Abrechnung erfolgt nachträglich oder zu einem definierten Abrechnungszeitpunkt.

Die Entscheidung für Prepaid oder Postpaid wirkt sich auf Produktkonfiguration, Zahlungsprozess, Fakturierung, Rechnungsdokumente und Kundenkommunikation aus.

Prepaid eignet sich, wenn eine Leistung erst nach erfolgreicher Zahlung bereitgestellt werden soll.

Typische Beispiele sind:

  • digitale Subscriptions mit sofortigem Zugang nach Zahlung
  • Mitgliedschaften mit Vorauszahlung
  • Medien- oder SaaS-Abos mit monatlicher oder jährlicher Vorauszahlung
  • Guthabenmodelle oder zeitlich begrenzte Servicepakete
  • Produkte, bei denen Zahlungsausfälle möglichst vermieden werden sollen

Bei Prepaid steht die Zahlung am Anfang des Prozesses. Erst wenn die Zahlung erfolgreich abgeschlossen wurde, kann die Leistung bereitgestellt oder die Subscription aktiviert werden.

Postpaid eignet sich, wenn Leistungen zunächst erbracht und anschließend abgerechnet werden.

Typische Beispiele sind:

  • Geschäftskundenverträge mit monatlicher Rechnung
  • nutzungsbasierte Abrechnung
  • Telekommunikations- oder Service-Provider-Modelle
  • B2B-Subscriptions mit Zahlung per Rechnung oder SEPA-Lastschrift
  • Abrechnung mehrerer Subscriptions auf einer gemeinsamen Rechnung
  • Geschäftsmodelle mit Freigabeprozess vor der Fakturierung

Bei Postpaid steht die Leistungserbringung im Vordergrund. Die Rechnung oder der Abrechnungsbeleg wird zu einem späteren Zeitpunkt erzeugt, zum Beispiel im Rahmen eines regelmäßigen Rechnungslaufs.

ThemaPrepaidPostpaid
Zeitpunkt der ZahlungVor der Leistung oder zu Beginn des LeistungszeitraumsNach der Leistung oder zu einem definierten Abrechnungszeitpunkt
Typischer ZahlungsprozessDirekte Zahlung im CheckoutRechnung, SEPA-Lastschrift oder nachgelagerte Zahlung
Typische ZahlungsmethodenKreditkarte, PayPal oder andere direkte ZahlungsmethodenÜberweisung, SEPA-Lastschrift oder andere konfigurierte Zahlungsmethoden
DokumenteHäufig Quittung oder ZahlungsbelegHäufig Rechnung
Risiko von ZahlungsausfällenGeringer, da Zahlung vor Leistung erfolgtHöher, da Leistung vor Zahlung erfolgen kann
Typische ZielgruppeB2C, Self-Service, digitale ProdukteB2B, Verträge, komplexe Abrechnung
Geeignet für Usage-based BillingNur eingeschränkt, abhängig vom ModellHäufig geeignet
Freigabeprozess vor FakturierungMeist nicht erforderlichOptional möglich
Typischer EinstiegHosted Page oder Self-Care / KundenportalBusiness-Portal, API oder regelmäßiger Billrun

Bei beiden Modellen entsteht eine Subscription in der Regel über eine Bestellung.

Der Unterschied liegt darin, wie tebio die Zahlung und die Abrechnung behandelt.

Bei Prepaid wird die Zahlung typischerweise direkt im Bestellprozess ausgelöst. Der Kunde wählt eine Zahlungsmethode, bestätigt die Zahlung und erhält anschließend Zugang zur gebuchten Leistung.

Das ist besonders geeignet für Bestellprozesse über Hosted Pages, bei denen Kunden die Bestellung selbst durchführen und Zahlungsmethoden nutzen können, die eine aktive Bestätigung erfordern.

Beispiele:

  • Kreditkarte
  • PayPal
  • andere direkte Online-Zahlungsmethoden

Wenn die Zahlung fehlschlägt, kann die Bestellung nicht erfolgreich abgeschlossen oder die Subscription nicht aktiviert werden.

Bei Postpaid kann die Bestellung auch ohne direkte Online-Zahlung abgeschlossen werden. Die Abrechnung erfolgt anschließend über die konfigurierte Fakturierungslogik.

Das ist besonders geeignet für Geschäftskunden, manuelle Bestellerfassung im Business-Portal oder API-gesteuerte Prozesse.

Beispiele:

  • Rechnung mit Überweisung
  • SEPA-Lastschrift
  • regelmäßiger Rechnungslauf
  • Freigabeprozess vor der finalen Fakturierung

Prepaid und Postpaid unterscheiden sich auch darin, welche Abrechnungsdokumente typischerweise entstehen.

Bei Prepaid wird häufig ein Zahlungsbeleg oder eine Quittung erzeugt, weil die Zahlung im Zusammenhang mit der Bestellung oder dem Beginn des Leistungszeitraums erfolgt.

Bei Postpaid wird typischerweise eine Rechnung erzeugt, weil Leistungen nachträglich oder periodisch abgerechnet werden.

Welche Dokumente konkret entstehen, hängt von der Produktkonfiguration, der Zahlungsstrategie, den Rechnungseinstellungen und der Fakturierungskonfiguration ab.

Auch der laufende Subscription-Lebenszyklus wird durch das Abrechnungsmodell beeinflusst.

Bei Prepaid ist für die Verlängerung einer Subscription häufig entscheidend, ob die nächste Zahlung erfolgreich durchgeführt werden kann. Schlägt eine Zahlung fehl, kann dies je nach Konfiguration Auswirkungen auf Verlängerung, Status oder Leistungserbringung haben.

Bei Postpaid kann die Subscription weiterlaufen, während offene Rechnungen oder Zahlungseingänge separat geprüft und verarbeitet werden. Das ist besonders relevant für Geschäftskundenprozesse, bei denen Zahlungsziele, Mahnprozesse oder manuelle Prüfungen eine Rolle spielen.

Prepaid wird häufig in B2C-nahen Szenarien eingesetzt, weil Kunden direkt bezahlen und die Leistung anschließend nutzen.

Postpaid wird häufig in B2B-nahen Szenarien eingesetzt, weil Geschäftskunden meist eine Rechnung, ein Zahlungsziel, eine Bestellnummer, eine Projektreferenz oder einen Freigabeprozess benötigen.

Die Entscheidung für Prepaid oder Postpaid ist jedoch nicht ausschließlich an B2C oder B2B gebunden. Auch B2B-Kunden können Prepaid-Produkte buchen, und auch B2C-Szenarien können postpaid abgerechnet werden, wenn das Geschäftsmodell dies erfordert.

Prepaid und Postpaid sind von der steuerlichen Grundkonfiguration des Kontos zu unterscheiden.

Die Auswahl der primären Zielgruppe bei der Registrierung legt fest, ob Preise brutto oder netto verwaltet werden:

  • Bei Privatkunden (B2C) werden Preise brutto verwaltet und angezeigt.
  • Bei Geschäftskunden (B2B) werden Preise netto verwaltet und angezeigt.

Diese Einstellung ist unabhängig davon, ob ein Produkt als Prepaid oder Postpaid konfiguriert wird.

Wichtig: Ob eRechnungen erstellt werden können, hängt nicht allein von Prepaid oder Postpaid ab, sondern insbesondere von der Kontokonfiguration, dem Abrechnungsmodell und den Rechnungseinstellungen.

Verwenden Sie Prepaid, wenn:

  • Kunden vor Nutzung der Leistung bezahlen sollen
  • Zahlungsausfälle möglichst vermieden werden sollen
  • der Checkout über Hosted Pages oder Self-Care / Kundenportal erfolgen soll
  • digitale Produkte sofort nach erfolgreicher Zahlung bereitgestellt werden
  • der Prozess möglichst nah an klassischem E-Commerce liegen soll

Verwenden Sie Postpaid, wenn:

  • Leistungen zunächst erbracht und später abgerechnet werden
  • Geschäftskunden Rechnungen mit Zahlungsziel erhalten sollen
  • mehrere Leistungen oder Subscriptions gesammelt abgerechnet werden sollen
  • ein Freigabeprozess vor der Fakturierung erforderlich ist
  • nutzungsbasierte oder komplexe Abrechnungsmodelle verwendet werden

Prepaid und Postpaid nicht nur als Zahlungsmethode verstehen

Abschnitt betitelt „Prepaid und Postpaid nicht nur als Zahlungsmethode verstehen“

Prepaid und Postpaid sind keine Zahlungsmethoden. Sie beschreiben die Abrechnungslogik eines Produkts.

Die konkrete Zahlungsmethode, zum Beispiel Kreditkarte, PayPal, SEPA-Lastschrift oder Überweisung, wird separat konfiguriert.

Bei Prepaid entstehen häufig Quittungen oder Zahlungsbelege, bei Postpaid häufig Rechnungen. Die tatsächliche Dokumenterstellung hängt jedoch von Ihrer Konfiguration ab.

Hosted Pages und manuelle Bestellungen unterscheiden

Abschnitt betitelt „Hosted Pages und manuelle Bestellungen unterscheiden“

Zahlungsmethoden wie Kreditkarte oder PayPal erfordern in der Regel eine aktive Bestätigung durch den Kunden. Deshalb eignen sie sich besonders für Bestellungen über Hosted Pages oder das Self-Care / Kundenportal.

Wenn Sie eine Bestellung stellvertretend für einen Kunden im Business-Portal erfassen, stehen in der Regel nur Zahlungsmethoden zur Verfügung, die ohne aktive Kundenfreigabe verwendet werden können.

Nutzungsbasierte Abrechnung ist meist eher ein Postpaid-Szenario, weil die tatsächliche Nutzung erst nachträglich bekannt ist.

Wenn Usage-based Billing benötigt wird, sollte die Konfiguration im Rahmen eines Projekts mit dem tebio Team abgestimmt werden.

Prepaid und Postpaid werden in der API nicht isoliert als Zahlungsmethode betrachtet, sondern hängen an der Produkt- und Abrechnungslogik.

Für API-Nutzer sind insbesondere folgende Bereiche relevant:

BereichBedeutung
Product / Product Price ListDefinition von Produkt, Preis, Laufzeit und Abrechnungslogik
OrderAuslösung einer Bestellung und Erzeugung der Subscription
SubscriptionLaufender Zustand der gebuchten Leistung
Invoice / ReceiptErzeugte Abrechnungsdokumente
PaymentZahlung, Zahlungsstatus und Erstattung
Usage / MeteringÜbermittlung von Verbrauchsdaten bei nutzungsbasierter Abrechnung

Die technischen Details finden Sie in der separaten API-Referenz.